Shopping-Clubs verwässern Preise

Geschrieben am July 31st, 2009 von Gleb

Momentan mache ich immer öfter die Erfahrung, dass die erfolgreichen Live-Shopping-Anbieter ihre Angebote langsam aber sicher ordentlich verwässern: Während die Frequenz der Verkaufsaktionen bei allen deutlich angestiegen ist, ist die Zahl „wahrer“ Schnäppchen mittlerweile im Keller.

Nachfolgend ein paar aktuelle Beispiele im Vergleich (alle Preise bereits inklusive Versandkosten bei Wahl von Vorauszahlung):

Bauknecht Kühl-/Gefrierkombination KGE 322 A++ WS weiß
Derzeit bei brands4friends für 658,90.-EUR in der Auslage. Günstigster Preis im Netz liegt bei 607,80.-EUR (Elektroshop Wagner), immerhin ein Unterschied von 51,10.-EUR.

Samsung 40 Zoll LCD-TV LE40B750 Full HD
Beim Paul derzeit für 939,80.-EUR im Sale. MyBauer bietet das gute Stück für 886.-EUR an, wohlgemerkt sofort versandbereit. Für die ersparten 53,80.-EUR kriegt man bereits eine solide Wandhalterung für den Fernseher. Pauldirekt wirbt derweil mit „Ersparnis: 47%“ (gegenüber der unverbindlichen Samsung-Preisempfehlung von anno dazumal).

Samsung Memory-Camcorder SMX-F34
Paul hat’s für kurze Zeit zu einem Kurs von 197,80.-EUR, MsNicePrice schon lange für 194.-EUR ohne das ganze Club-Drumherum.

LG 42 Zoll Full HD-LCD-TV 42LF2510 Schwarz
Wieder beim Paul entdeckt, für 629,80.-EUR – bereits ausverkauft! Computer Universe hat’s für 620,50.-EUR auf Lager. Kein großer Unterschied, aber doch bezeichnend.

Dass es auch positive Ausnahmen gibt (z.B. der HP Compaq Mini 702 EG bei Pauldirekt ca. 130.-EUR unter Schnitt), soll natürlich nicht unter den Teppich gekehrt werden – ganz im Gegenteil. Doch waren diese vor einem Jahr noch die Regel, bilden sie immer öfter eher die Ausnahme.

Und so gleichen sich die vermeintlichen Club-Feger dem Preisniveau regulärer Versender immer weiter an. Letztere versenden in der Regel deutlich schneller und lassen die Sache mit „Invitation only“ beiseite.

Fazit: Die psychologische Reizüberflutung der Shopping-Clubs reicht mittlerweile aus, Waren zu völlig normalen oder gar erhöhten Preisen binnen Stunden erfolgreich abzusetzen. Maßgeblich hierfür ist der künstliche erzeugte Zeitdruck durch die Anzeige des schwindenden Warenbestands sowie der Restlaufzeit der jeweiligen Verkaufsaktion. Hinzu kommt die Tatsache, dass sich viele Club-Shopper in einer exklusiven Gesellschaft wähnen – bei Unternehmen wie brands4friends, die mittlerweile über zwei Millionen Nutzer zählen, kann davon schon lange keine Rede mehr sein.

Wer sich im Handel ein bisschen auskennt, weiß natürlich, dass die Margen je nach Produktsparte arg variieren und somit den Spielraum für einen guten Deal einschränken. Den Endverbraucher vor dem PC juckt das allerdings nicht ansatzweise: Wenn zwei Klicks bei Idealo 50 Euro einsparen können, wird das Konzept der vermeintlich exklusiven Einkaufsmeilen im Netz doch zunehmend ad absurdum geführt – wohlgemerkt auch immer öfter im Modesegment, wo brands4friends & Co. bislang immer noch die größte Rabattpower beweisen konnten.

Veröffentlicht in Web 2.0

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