OnVista-Gründer kauft Townster
Die Townster-Auktion ist vorüber und wir werden von allen Seiten gelöchert, ob wir es nun gut oder schlecht finden. Demnach ein paar Takte zum Thema:
1) Natürlich sind wir auch weiterhin sehr darüber bestürzt, dass die Sache am Ende des Tages so über die Bühne gehen musste. Wir haben über ein Jahr unserer Zeit in dieses Projekt investiert, von dem hohen finanziellen Input mal ganz abgesehen.
[ad] Zuletzt verursachte das Unternehmen nur noch Kosten, die wir aus reinem Prinzipdenken heraus getragen haben, obwohl wir längst an anderen Stellen fulltime eingespannt waren. Entsprechend verlor Townster Monat für Monat wertvolles Potential, Teile seiner sehr soliden Google-Platzierungen und letztendlich auch das mühsam aufgebaute Image.
2) Auf der anderen Seite frohlocken doch wir über den Ausgang der Auktion: Frischgebackener Eigentümer unseres Babys ist der OnVista AG-Gründer Michael W. Schwetje, der dem Projekt mit einem neuen Team und viel Know-How im Rücken frischen Wind in die Segel pusten wird. Wir werden Michael & Co. nach Kräften unterstützen, damit Townster doch noch zu dem werden kann, was ursprünglich auf die Fahne geschrieben worden ist.
3) Der Endpreis ist die Diskussion nicht wert: Für uns ging es vor allem darum, eine kompetente Kraft zu finden, die Townster auch ohne uns als Fulltime-Mitarbeiter mit Kapital und ausreichend Zeitinput weiterführen möchte. Dieses Ziel haben wir nach langem Hin- und Her schlussendlich erreicht. Das der Zuschlag gemessen an den Startinvestitionen ein Schnäppchen war, ist sicherlich richtig, aber nichts, wo wir nun in eine kollektive Depression verfallen: Außer ein paar wahnwitzigen Bloggern hat keiner erwartet, ein seit etwa einem Jahr auf Sparflamme weiterbetriebenes Unternehmen mit einer eBay-Auktion zu refinanzieren.
Schließlich muss ich allen Unkenrufen trotzend doch eine Lanze für eBay brechen: Die Plattform ist für Projektverkäufe viel besser als ihr Ruf. Nicht zuletzt durch eine publikumswirksame Bewerbung der Auktion auf der eBay-Startseite verzeichnete die Verkaufsseite rund 21.000 Unique Visitors innerhalb einer Woche. Auch liegen die Verkaufsgebühren deutlich unter dem, was wir bei unserem ursprünglichen Favoriten Sedo gezahlt hätten. Fazit: Mit Sicherheit ist eBay nicht die feine englische Art, aber doch ein schneller, sauberer und vor allem kostengünstiger Exit-Kanal.
Veröffentlicht in Web 2.0

October 26th, 2008 at 11:42 Uhr
[...] für so viel Aufsehen wie Townster gesorgt hat. Per Exit über Ebay hat das Projekt einen neuen Eigentümer [...]
October 26th, 2008 at 13:15 Uhr
[...] Einer der Gründer nimmt Stellung zum Verkauf und verrät unter anderem: Schließlich muss ich allen Unkenrufen [...]
October 29th, 2008 at 10:16 Uhr
Gratulation, doch noch gut bei weg gekommen.
October 19th, 2009 at 13:40 Uhr
[...] Townster es nicht geschafft haben. Einer von ihnen, Gleb Tritus, schreibt in seinem privaten Blog tritus.de über die Auktion bei ebay, bei der Townster schließlich für 37.827,77 Euro an [...]