Gute Ärzte, schlechte Ärzte

Geschrieben am August 1st, 2008 von Gleb

Ich erwische mich in letzter Zeit immer wieder bei DocInsider, obwohl ich eigentlich privat kein aktiver Nutzer von Bewertungsportalen bin, d.h. ich lese nur, ohne eigene Ratings abzugeben. Bei DocInsider ist es anders: Das Startup aus dem hohen Norden hat eine eigentlich uralte Idee (Arztempfehlungen) aufgegriffen und diese meiner Meinung nach als einziger Player richtig gescheit umgesetzt.

Die Bemühungen gehören mit euren Empfehlungen unterstützt, denn ein gewisser Nutzwert einer userseitig gut bestückten Arztdatenbank dürfte sich so ziemlich für jeden von uns darstellen.

Gerade jetzt, wo sich die hiesige Ärztelandschaft in einem enormen Umbruch Richtung Dienstleistungsindustrie befindet, ist die Empfehlung eines guten Mediziners goldwert - auch für gesetzliche versicherte Patienten. Die Qualitätsunterschiede sind teilweise enorm, von den Preisunterschieden für medizinisch notwendige Behandlungen, die beispielsweise nicht zur GKV-Grundversorgung zählen, mal ganz zu schweigen. Hinzu kommt noch der boomende Arztsektor, den man freiwillig aufsucht und wo entsprechend marktwirtschafttypische Konkurrenzverhältnisse vorherrschen (Heilpraktiker, alternative Medizin, Schönheitschirurgen etc.).

DocInsider macht einen guten Job in Sachen Usability und Marketing: Ich habe schon in zwei Wartezimmern kleine Kurzbewertungsflyer herumliegen sehen, die man an Ort und Stelle ausfüllen und in den nächsten Briefkasten werfen kann – und die zeigen Wirkung, denn beide Ärzte haben bei dem Portal jeweils über 20 Bewertungen, was für den aktuellen DocInsider-Schnitt sehr viel sein dürfte. Auch kann man den Göttern in Weiß seines Vertrauens jederzeit via SMS ein Zeugnis ausstellen.

Auch wenn die Bewertung von Standesberufen ein juristisches Minenfeld ist und DocInsider so manche Unterlassungserklärung einbringen dürfte, wünsche ich dem Unternehmen ein schnelles Wachstum – es ist einfach eines dieser seltenen Web 2.0-Angebote, wo der Besucher wirklich einen ganz klar definierbaren, in Geld- und Zeitersparnis aufwiegbaren Nutzen erhält.

Veröffentlicht in Case Study

One Response

  1. Peter Kohlemann

    Ärzte aus ihrem Standesdünkel herauskatapultieren und für jedermann transparent machen. Das ist jetzt das wichtigste, was zu tun ist. Normalerweise brauchen die Götter in Weiß auch eine Regulierungskomission wie die Telekommunikation.

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