Shopping-Clubs im Test
Mit dem Review von Vente Privee ging mein Shopping-Club-Eigenversuch in die letzte Runde. Nach Auswertung meiner Notizen sowie der sicherlich sehr subjektiv aufgestellten Testfaktoren ergibt sich das folgende Siegertreppchen: Testsieger brands4friends, Vente Privee knapp dahinter, BuyVip mit deutlichem Abstand das Schlusslicht. Die Übersicht:

* Zeitraum: Juni 2008 (Quelle: Exclusified)
** Die angegebene Belohnung für ein geworbenes Mitglied wird als Gutschein-Code ausgeschüttet, sobald die geworbene Person einen Einkauf getätigt hat.
1. Platz: brands4friends (Test lesen)
brands4friends überzeugt mit einer rapide zunehmenden Markenauswahl sowie der (trotz Urlaubszeit) größten Abwechslung von allen drei großen Clubs. Maßgeblich verantwortlich für den Testsieg waren der schnelle Support, die verhältnismäßig flinke Lieferzeit sowie die weite Palette an Zahlungsmöglichkeiten.
Branchenprimus Vente Privee liegt knapp dahinter: Wenn die Franzosen an ein paar Stellschrauben drehen, dürfte brands4friends in Zugzwang geraten – was bei den Marktanteilen am Ende des Tages allerdings nur eine geringe Rolle spielen dürfte, da die beiden Clubs doch deutlich verschiedene Zielgruppen ansprechen.
Punktabzug gab es für die anhaltenden technischen Probleme (Login-Schwierigkeiten, Serverausfälle) sowie die gelegentlich doch offensichtlich geringe Anzahl der für eine Aktion eingekauften Waren.
2. Platz: Vente Privee (Test lesen)
Der älteste und – auf Europa gesehen – größte Shopping-Club Vente Privee glänzt oft mit einer unglaublichen Produktfülle innerhalb seiner Verkaufsaktionen (je nach Brand und Produktart bis zu 450 Artikel). Durch spürbar höhere Warenbestände ist das Einkaufserlebnis weniger frustrierend als bei den beiden Mitbuhlern.
Innerhalb des Testmonats (Juni 2008) haben wir bei Stichproben die meisten „Überschnäppchen“ bei Vente Privee gefunden, d.h. Waren zu Preisen, die trotz Preissuchmaschinen, eBay und sonstigen Sonderangeboten mit Abstand unschlagbar waren. Schließlich punktet Vente Privee auch mit seinem vergleichsweise schnellen Support.
Kritik gibt es für die lange Lieferzeit und die noch ausbaufähige Wechselfrequenz der Verkaufsaktionen. Letzteres vor allem in den Sommermonaten: Aufgrund der Ferienzeit hat Vente Privee bis Ende August sogar ganz dicht gemacht.
3. Platz: BuyVip (Test lesen)
Deutlich abgeschlagen landet BuyVip auf dem dritten Platz: Zwar bietet der Club eine gute Mischung aus jugendlichen und erwachsenen Brands sowie nette Gimmicks wie eine lange Warenkorb-Vorhaltezeit (30 Minuten) und den „VIP“-Status, doch gibt es gerade im Bereich Support immensen Aufholbedarf: E-Mails werden entweder gar nicht oder erst nach 1-2 Wochen beantwortet, Retourerstattungen funktionieren nur nach mehreren Nachfragen und viele Bestellungen brauchen länger als die angegebene Regellieferzeit von 14 Tagen.
Auch deuten viele kleine Ungereimtheiten darauf hin, dass das deutsch-spanische Unternehmen noch nicht seine Ideallinie gefunden hat: Versandbestätigungsmails werden verschickt, wenn der Kunde die Ware teils schon seit Wochen erhalten hat, Support-Anfragen werden plötzlich mehrmals von verschiedenen Mitarbeitern beantwortet – ob das Chaos an den hohen Temperaturen liegt?
Ansonsten fällt BuyVip durch eine solide Wechselfrequenz bei den Verkaufsaktionen, versandkostenfreien Aktionstagen und gelegentlich aus dem Rahmen fallenden Artikeln (Fahrräder, Kosmetik) positiv auf.
Fazit:
Wer sich schon in den ersten Minuten einer Verkaufsaktion reinklickt, kann bei den geschlossenen Shopping-Clubs tatsächlich viel sparen – selbst angesichts von Factory-Outlets und Dumping-Auktionen bei eBay.
Zwar finden sich bei allen drei Anbietern regelmäßig Ausreißer, die gleich teuer oder gar teurer angepriesen werden als im notorisch unflexiblen Einzelhandel, doch kann man in der Endwertung ohne wenn und aber von einer deutlichen „Schnäppchen-Dichte“ sprechen. Von „Alles-muss-raus!“-Verkäufen uralter Kollektionen ist dabei keine Spur: Viel öfter als erwartet stößt der Kunde auf Artikel der aktuellen oder gerade vergangenen Saison.
Auf der Kehrseite sind zwei große Nachteile herauszustellen, die aber angesichts der Preisnachlässe verschmerzbar sind: Das Service-Niveau ist gemessen am gesamten Shopping-Segment als durchschnittlich bis schlecht zu bezeichnen. Der Kunde muss fleißig Mails schreiben und noch viel fleißiger warten. Zwar bieten Vente Privee und BuyVip auch Hotlines an, doch die jeweiligen Nummern sind auf den Seiten gut versteckt oder gar nicht angegeben.
Schließlich muss man sich bei der Lieferung der heiß ersehnten Ware enorm in Geduld üben: Der Mittelwert auf Jahressicht dürfte bei etwa drei Wochen liegen. Hintergrund: Im Vorfeld blocken brands4friends & Co. beim jeweiligen Modelabel ein bestimmtes Warenkontingent, erhalten dieses aber oft erst nach Abschluss der jeweiligen Verkaufsaktion.
Ein gewöhnlicher Online-Händler hat die Ware dagegen schon vor dem Verkauf im Lager und kann diese direkt nach Zahlungseingang auf den Weg schicken. Für den Kauf eines Last-Minute-Geschenks sind die Clubs somit keinesfalls geeignet.
Persönlich finde ich den Stein, den Vente Privee 2001 ins Rollen gebracht hat, extrem spannend. Ich werde dieses Geschäftsmodell daher auch weiter genau verfolgen. Als ersten Insight poste ich demnächst ein Interview mit dem Testsieger brands4friends. Bis dahin würden mich eure Erfahrungen mit den getesteten Anbietern interessieren – so lasset’ uns den Konsumwahn in den Kommentaren weiterpreisen!
Veröffentlicht in Wie bitte?!

August 2nd, 2008 at 17:42 Uhr
[...] meines Shopping-Club-Testlaufs habe ich mir brands4friends-Mitbegründer und Marketing-Director Nicolas Speeck für ein Interview [...]
August 12th, 2008 at 18:40 Uhr
[...] sollte ich auch mal einen Shoppingclub testen: Günstige Markenartikel zu Top Preisen und der Versand erfolgt im Durchschnitt innerhalb [...]
October 21st, 2008 at 17:27 Uhr
[...] Shoppingclubs können ein besonderes Einkaufserlebnis schaffen und werden vorerst weiter wachsen. Die Besonderheit der exklusiven Verkaufsaktionen verwässert aber zunehmend durch die steigende Anzahl der Shoppingclubs und die starke Zunahme der parallel laufen Aktionen. Dadurch besteht die Gefahr, dass Shoppingclubs immer mehr normalen Onlineshops ähneln, ohne deren Vorteile zu bieten. Deshalb werden sich in diesem neuen Markt mittelfristig Wettbewerber profilieren, die auch jenseits vom niedrigen Preis Kundenzufriedenheit und Kundenbindung schaffen. Ansatzpunkte dafür bieten sich insbesondere bei Verbesserungen in der Usability und im Service. [...]
October 27th, 2008 at 9:49 Uhr
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July 31st, 2009 at 23:24 Uhr
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