Vente Privee im Test

Geschrieben am July 30th, 2008 von Gleb


Vente Privee ist der Urvater des Shopping-Club-Models: Bereits seit 2001 bringen die Franzosen Bekleidung, Accessoires und inzwischen sogar Urlaubsreisen unter ihre vier Millionen Mitglieder. Der Branchenprimus, mittlerweile mit einem eigenen Logistikcenter und knapp 1000 Mitarbeitern im Rücken, gilt als Vorbild für Nebenbuhler wie BuyVip oder brands4friends und hat mittlerweile viel Zeit gehabt, seine Prozesse zu optimieren. Gut genug? Der Test.

Zugang:
Es ist gar nicht so leicht an eine Mitgliedschaft zu kommen, wenn man nicht gerade eingeladen wurde: Im Gegensatz zu brands4friends und BuyVip betreiben die nutzerpotenten Franzosen nur wenige Werbekooperationen mit publikumsstarken Portalen, wo einem der Zugang hinterher geworfen wird. Wer mag, kann über meinen Einladungslink sofort einsteigen.

Fazit: Vente Privee ist der mit Abstand größte Club in diesem Shopping-Segment, wirkt aber zu keinem Zeitpunkt überlaufen.

[ad] Denn: Meistens ist der eingekaufte Warenbestand auch entsprechend groß, so dass der Nutzer nur selten mit der üblichen Warenknappheit konfrontiert wird. Ein großes Plus!

Angebot:
Ganz gleich ob Designermode, Wohnaccessoires oder Schmuck: Vente Privee spricht ganz deutlich eine erwachsene Zielgruppe ab 30 an. Es gibt seltener neue Verkaufsaktionen als bei brands4friends und BuyVip, dafür laufen sie im Schnitt etwas länger und sind nicht so schnell ausverkauft.

Auch bietet Vente Privee in der Regel deutlich mehr verschiedene Artikel pro Aktion als das Wettbewerberfeld (durchschnittlich 250, in Einzelfällen sogar bis 450). Derzeit macht das Angebot allerdings Sommerpause: Ab dem 26. August geht’s weiter.

Fazit: Viele erwachsene Marken und die mit Abstand größte Auswahl innerhalb der einzelnen Aktionen. Allerdings könnte die Wechselfrequenz der Aktionen noch ein Tick höher sein.

Preise:
Bei unserem Testlauf reihten sich „normale“ Outlet-Preise auf brands4friends- und BuyVip-Niveau neben einigen wirklich einmaligen Schnäppchen ein: So hat Vente Privee beispielsweise ein Riesensortiment an Villeroy & Boch-Porzellan teils 50% unter dem zum gleichen Zeitpunkt in den hauseigenen Boutiquen des Herstellers beworbenen „Sale“-Preis angeboten.

Fazit: Abgesehen von seltenen Ausnahmen kauft man auch bei Vente Privee günstiger ein als in regulären Online- und Offlineshops oder eBay. Hin und wieder erspäht man sogar wirklich unschlagbare Angebote.

Service:
Genau so wie brands4friends bietet Vente Privee, neben einem gut sortierten FAQ, pfeilschnellen Mail-Support: Nur 1-2 Tage wartet man hier auf eine freundliche Antwort, darüber hinaus gibt es sogar eine Hotline.

Fazit: Freundlich, schnell und kulant – der Altmeister macht trotz des eng kalkulierten Geschäftmodells keine Abstriche beim Service. Ebenfalls gut gelöst: Nach Eingang einer Bestellung wird der ungefähre Lieferzeitraum im Kundenmenü angezeigt – ein Feature, das brands4friends und BuyVip dringend nachmachen sollten.

Sonstiges:
Es fällt auf, dass sich Vente Privee von allen Shopping Clubs die größte Mühe gibt, seine Produkte hochwertig zu präsentieren: Es gibt viele Fotos, schöne Flashfilmchen und individuell gestaltete Startseiten für jede Verkaufsaktion. All das gibt’s zwar auch bei der Konkurrenz, nur hat Vente Privee wohl als einziges Unternehmen eine echte Fachkraft dran sitzen.

Auch die angenehm übersichtliche Gestaltung des Shops mit netten Gimiicks wie einer „Wie wird meine Sendung verpackt“-Tour trägt dazu bei, dass bei all den „Reduziert“-Verheißungen kein Ramschverkauf-Feeling aufkommt.

Ein paar Randnotizen für branchenaffine Freunde der Statistik:

  • Gegründet 2001 von Jacques-Antoine Granjon in Paris.
  • Über vier Millionen Mitglieder in Europa, davon ca. 210000 in Deutschland.
  • Gesamtumsatz in Europa 2007: Über 300 Millionen Euro.
  • Geplanter Deutschland-Umsatz 2008: Ca. 20 Millionen Euro.
  • Geplantes Verkaufsaktionsvolumen 2008: Über 1300.

Veröffentlicht in Wie bitte?!

One Response

  1. brands4friends, Vente Privee und BuyVip im Vergleich | Tritus.de

    [...] dem Review von Vente Privee ging mein Shopping-Club-Eigenversuch in die letzte Runde. Nach Auswertung meiner Notizen sowie der [...]

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