BuyVip im Test

Geschrieben am July 14th, 2008 von Gleb


BuyVip ist nach brands4friends und Ventee Privee die aktuelle Nummer drei der deutschen Shopping-Clubs. Wie in diesem trendigen eCommerce-Segment gängig, werden auch hier täglich Restbestände von Markenklamotten und Lifestyle-Produkten zu Outlet-Preisen abgesetzt. Ich habe es mal ausprobiert:

Zugang
Der Zugang gestaltet sich ein wenig exklusiver als bei brands4friends, wo wirklich jeder in 15 Minuten an eine Einladung rankommen kann.

[ad] Zwar wird auch dieser Shop in Kooperation mit diversen Partnern pseudo-exklusiv beworben, doch geschieht dies bei weitem noch nicht so inflationär wie bei brands4friends, so dass sich BuyVip zumindest momentan noch als ein tatsächlich geschlossener Shoppingclub bezeichnen kann. Wer mag, kann über meinen Einladungslink sofort einsteigen.

Fazit: Gott sei Dank noch nicht so überlaufen wie brands4friends – entsprechend sind auch nicht alle guten Angebote nach fünf Minuten ausverkauft.

Angebot
Das Angebot kommt nur selten vom Schema F ab: Riesenfokus auf Kleidung, hin und wieder Uhren, Sonnenbrillen und Taschen, immerhin ganz selten Einrichtungsgegenstände und unkonventionelle Posten wie Retrofahrräder von Johny Loco oder Kosmetika von Arval.

Im Vergleich zu brands4friends richtet sich das Angebot viel deutlicher an eine Ü30-Zielgruppe: Statt Glitzershirts von EdHardy, die natürlich auch nicht fehlen dürfen, gibt es verstärkt gediegenere Brands wie Armani, Pepe Jeans oder Calvin Klein.

Fazit: Von der Wechselfrequenz der Verkaufsaktionen her hat BuyVip die Nase vorne: Von meinem subjektiven Eindruck her hat der Shop mit 3-4 gleichzeitig laufenden Angeboten die größte Auswahl.

Preise
Preislich fügt sich BuyVip nahtlos zwischen Ventee Privee und brands4friends ein: Meistens spart man tatsächlich 20-30% gegenüber Laden- oder eBay-Preis, so dass man den Mehrwert auch hier nicht wegreden kann. Immer öfter finde ich allerdings auch Artikel, die genau so teuer/günstig oder gar teurer angepriesen werden, als bei diversen Onlineshops, die man mit Google und Preissuchmaschinen auftun kann. Durch offensichtlich nur geringfügig verfügbare Lockangebote (u.a. PlayStation 3, iPods) hatte das Unternehmen in der Vergangenheit schon mehrmals die Gemüter erhitzt.

Fazit: Blind kaufen würde ich bei keinem der drei Shopping-Clubs: Vergleichen lohnt sich auch hier.

Service
Die Reaktionszeit des BuyVip-Supports ist eine Katastrophe: 11 Tage lang blieben meine Mails unterbeantwortet. Problem: Bei einer Bestellung hatte BuyVip vorsorglich das Geld abgebucht, jedoch weder die Ware zugesandt, noch die Bestellung als „In Vorbereitung“ in meinem Kundenbereich markiert.

Zwei Wochen später stellte sich heraus, dass man den Vorgang verschlampt und die Ware schon verkauft hat. Immerhin: Als Entschuldigung gab es einen 10 Euro-Gutschein – gleich zwei drei Mal, denn ein paar Tage nach der Klärung des Problems meldete sich ein neuer Mitarbeiter bei mir, der von dem vorhergehenden Schriftverkehr scheinbar nichts mitbekommen hat. Ein paar Tage später dann noch ein drittes Mal. Ebenfalls kurios: Die Versandbenachrichtigungen für zwei andere Bestellungen erreichten mich eine Woche nach Eingang der Ware bei mir.

Fazit: Ein Pluspunkt für die Kulanz, aber auch ein ganz dickes Minus für die Anlaufzeit - beim Mitbewerber brands4friends beispielsweise bekommt man nach 1-3 Tagen eine nette Antwort.

Sonstiges
Mit dem VIP-Status hat BuyVip als einziger großer Club eine Zwei-Klassen-Gesellschaft eingeführt: Wer innerhalb von sechs Monaten mindestens drei Bestellungen mit einem Gesamtwert von über 200 Euro oder im selben Zeitraum zehn Mitglieder geworben hat, kann alle bevorstehenden Verkaufskampagnen 15 Minuten früher begutachten als die „Normalos“.

Mittlerweile erhalten die VIPs sogar 5-15 EUR Rabatt auf ausgewählte Artikel sowie demnächst wohl auch komplett geschlossene Verkaufskampagnen, damit man „unter sich“ ist – gute Idee, wie ich finde, die gekonnt den ursprünglichen Exklusivitätsgedanken dieses Geschäftsmodells betont.

Ein paar Randnotizen für branchenaffine Freunde der Statistik:

  • Gegründet 2006 von Gustavo Brusilovsky und Gerald Heydenreich, derzeit etwa zwei Millionen Mitglieder weltweit.
  • Bisheriges Venture-Capital-Volumen nach drei Runden bei über 10 Millionen Euro.
  • Investoren: u.a. Bertelsmann Digital Media Investments, 3i, Molins Capital Inversión, Grupo Intercom, European Founders Fund, Active Capital Partners, Valkiria Network International Holding.
  • Umsatz im ersten Halbjahr 2008 bei ca. 12 Millionen Euro, verteilt auf Deutschland, Italien und Spanien.

Veröffentlicht in Wie bitte?!

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