Alles klar?

Geschrieben am July 3rd, 2008 von Gleb

Keine andere Branche ist so denglischverseucht wie der Neue-Medien-Bereich: Commitment hier, Deadline da – heimtückisch infiltriert der Beraterjargon jeden noch so standhaften Vertreter der hiesigen Sprache.

Spätestens nach zwei Jahren - ob gewollt, oder nicht - steht man dann doof in einem Raum voller Deutscher, schnippt wild mit den Fingern und tönt „Ihr wisst schon was ich meine…Accessibility…was heißt das noch mal auf deutsch?“.

[ad] Zugegeben: Viele englische Bezeichnungen sind einfach treffender, prägnanter und eleganter. Auch gewöhnt man sich aufgrund der Allgegenwärtigkeit viel zu schnell an sie. Für Anfänger habe ich mal ein paar „Must-haves“ für den Büroalltag zusammengefasst. Fallen euch noch ein paar Klassiker ein?

No-go, das;
Showstopper
, der
Stolperstein,
Ausschlusskriterium
(„Peters türkises
Hemd ist ein absolutes No-Go: Wenn das mal kein Showstopper bei der
Gehaltsverhandlung wird.
“)
Rocketscience, die Etwas außerordentlich
kompliziertes
(„Euer Business ist doch
Rocketscience: Extrem teuer, keiner versteht es und die Amerikaner können es schon lange besser.
“)
Cookiecutting, das Etwas außerordentlich
einfaches
(„Wir mashupen eBay mit Twitter und YouPorn. Der Rest ist
dann Cookiecutting!“
)
Cherrypicking, das Sich das Beste heraussuchen („Stefan hat bereits den Sitzball und den USB-Eierkocher bekommen – was soll dieses Cherrypicking?“)
Grande Caffé Mocha Latte
Blended Frappuccino
, der
Ein Becher Kaffe („Susanne, ich wollte meinen Grande Caffé Mocha Latte Blended Frappuccino doch mit Sojamilch…“)
Namedropping, das

Beiläufige, oft auf sich selbst bezogene Erwähnung bekannter Namen („Während ich mit Sergey Brin Onlinepoker gespielt habe, hat uns Ralph Dommermuth lecker Tee aufgebrüht.“)

Commitment, das

Verbindlichkeit, Verpflichtung („Ja, ich
commite mich zu diesem Commitment. Mit dem Rest bin ich auch einverstanden.“
)

Dirtycoding, das

Schnelles Programmieren ohne Qualitätsanspruch
(„Ich kann euch das in zwei Wochen dirty coden. Wahlweise auch ordentlich
in 14 Tagen, kostet dann aber das Doppelte.“
)

Passend dazu empfehle ich dieses Lehrstück der Produktpräsentation von Sacha Baron Cohen, der in dem nachfolgenden Video die innovativen „Icecream Gloves“ anzupreisen versucht.

Veröffentlicht in Offtopic

2 Responses

  1. stephan

    Man muss schon manchmal einen Slot in seinem Timetable blocken, um noch ein Meet’n'Greet mit den Webdesignern zu zu organisieren. Das Coden der Wireframes ist dagegen eher ein Topic, das man mal in einem längeren Meeting durchkaut. Ist eben dann noch die Frage, ob die Site später eher als App gesehen wird oder mehr als Community mit jeder Menge Infoporn…

    Nebenbei: Man muss nicht wörtlich übersetzen. Aus “No-Go” muss man kein umständliches “Ausschlusskriterium” machen. “Peters Hemd geht echt gar nicht!” tut es genauso ;)

  2. Gleb

    Das stimmt natürlich, aber ich bleibe dem Branchenmotto “Wieso einfach, wenn es auch kompliziert geht!” einfach treu!

    :-)

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