brands4friends im Test
VIP-Shopping-Clubs sind seit 2007 der Innovationsträger im eCommerce. Die von dem französischen Startup Vente Privee salonfähig gemachte Idee, Markenwaren nur auf Einladung loszuschlagen, hat Substanz: Vom großen Vorbild aus Paris über BuyVip bis hin zu brands4friends machen alle nennenswerten Vertreter innerhalb kürzester Zeit beachtlichen Umsatz.
Aus Neugier habe ich die Platzhirsche einmal getestet. Zunächst mein Bericht von brands4friends (B4F):
Zugang
Selbstverständlich lockt B4F mit der gattungstypischen Exklusivität: Nur wer von einem Mitglied eingeladen wird, darf mitshoppen. Allerdings ist das mehr Schein als sein: Abgesehen von der massiven StudiVZ-Berieselung wird man mittlerweile bei sämtlichen affinen Communitys (u.a. Schwarzekarte) mit Einladungen nur so bombardiert.
Wer dann immer noch nicht drin ist, kann sich auf einer Warteliste vermerken, wo man meistens noch am selben Tag freigeschaltet wird – ein Geheimtipp war B4F entsprechend noch nie, was den Effekt birgt, dass so gut wie jede gescheite Aktion in Lichtgeschwindigkeit ausverkauft ist.
Fazit: Hier kommt jeder rein – und wenn es auch über meinen Einladungslink ist. Bei 500.000 Mitgliedern sind Frustmomente bei lukrativen Kampagnen vorprogrammiert.
Angebot
brands4friends konzentriert sich größtenteils auf Markenklamotten. Gelegentlich gibt es Accessoires wie Uhren und Schmuck sowie – ganz selten – Unterhaltungselektronik. In der Regel gibt es alle 1-2 Tage eine neue Verkaufsaktion, seit Mai auch öfters zwei gleichzeitig.
Das Sortiment richtet sich an 16-30-jährige Fashionvictims und ist ein solider Querschnitt aus echter Markenmode (D&G, Gucci, Prada, Armani) und casualigen Massenbrands (Puma, Nike, Esprit). Unbekannte und vielleicht auch gerade deswegen interessante Marken gab es bislang selten.
Was die Aktualität angeht, kann ich nur vom Gefühl her urteilen: Alles recht zeitgemäß, keine offensichtlichen Überbleibsel von anno dazumal. Bei den Uhren- und Brillen-Kampagnen finde ich aber irgendwie alles durch die Bank weg schrecklich – liegt es an mir? Gerade hier merkt man, dass die jeweiligen Verkaufsschlager des Labels bzw. der Serie nicht angeboten werden.
Fazit: Insgesamt befinde ich das Angebot für gut sortiert. Persönlich würde ich mir mehr Gadget-Aktionen wünschen wie zuletzt Apple iPods.
Preise
Eins vorweg: Das Preisniveau von B4F, BuyVip & Co. ist meistens identisch, manchmal verkaufen sie sogar gleichzeitig dieselbe Ware. Wenn man jedem Trend hinterherläuft, kann man tatsächlich einiges sparen: Hype-Ware wie Ed Hardy kriegt man in Deutschland sicher nicht günstiger.
Die offensichtlich lukrativsten Aktionen waren die beiden iPod-Kampagnen: Aktuelle Modelle gab es hier mit sattem 50%-Abschlag gegenüber UVP - sehr ordentlich, allerdings auch jeweils nach fünf Minuten ausverkauft, wohlgemerkt um 7:00 Uhr morgens (gähn!).
Fazit: Die iPod-Preise waren unschlagbar. Der Rest liegt meistens unter dem deutschen Outlet-Niveau. Die Versandkosten von 6,90 EUR entfallen leider nicht ab der üblichen 50 bzw. 80-Euro-Grenze.
Service
Der Support ist super: Die Community wird mit einem Blog zeitnah gefüttert, nachhaken kann man via Mail – spätestens in 48 Stunden bekommt man eine freundliche Antwort, was für einen ganz eng kalkulierenden Shop eine gute Zeit ist.
Nervig: Noch gibt es zu oft Serverabstürze, plötzliche Logouts oder falsche Stückzahl-Angaben. Letzteres führt regelmäßig zu Frustmomenten, wenn man angeblich verfügbare Ware nicht in den Warenkorb legen kann. Bei BuyVip und Vente Privee ist mir das noch nie passiert.
Fazit: Was Kundenbetreuung angeht, liegt B4F deutlich vor seinen Mitbewerbern. Die Technik ist allerdings verbesserungsbedürftig: Langsam sollte man die regelmäßige Serverlast einschätzen können.
Ein paar Randnotizen für branchenaffine Freunde der Statistik:
- Gegründet im September 2007 in Berlin.
- Investoren: u.a. Holtzbrinck Ventures, Mangrove Capital Partners, Ehssan Dariani, Lukasz Gadowski, Kolja Hebenstreit, Ron Hillmann, Arend Lars Iven, Oliver Jung.
- Durchschnittlich fünf Verkaufsaktionen pro Woche.
- Bereits 500.000 Mitglieder, täglich ca. 10.000 Neuanmeldungen.
- Umsatz im ersten Geschäftsjahr: Voraussichtlich 30 Millionen Euro.
Veröffentlicht in Wie bitte?!


July 4th, 2008 at 16:49 Uhr
“Was Kundenbetreuung angeht, liegt B4F deutlich vor seinen Mitbewerbern.”
in meinem blog beschweren sich die leute immer nur über b4f. hattest du denn viele kontakte mit den service-teams der shopping-clubs?
das ist ja schon fast erstaunlich
July 4th, 2008 at 17:55 Uhr
Hey Silke,
echt? Komisch. Also ich hatte afaik drei Bestellungen bei B4F und alle drei Mal Kontakt mit dem Support, ging immer flott und freundlich bei mir.
Dagegen ist BuyVIP eine große Katastrophe bislang: Drei Mal bestellt (recht schnell hintereinander), noch nichts (!) da seit drei Wochen und keinerlei Antwort vom Support nach mehreren Mails (Hotlines haben sie ja alle leider nicht…).
Bin jetzt mal auf Vente Privee gespannt.
Grüße
Gleb
July 31st, 2008 at 1:19 Uhr
[...] Platz: brands4friends (Test lesen) brands4friends überzeugt mit einer rapide zunehmenden Markenauswahl sowie der (trotz Urlaubszeit) [...]
September 20th, 2008 at 16:51 Uhr
Also ich besuche am Montag gleich die Arbeiterkammer mit den Konsumentenschutzjuristen.Mein Sohn ist Student, kauft 2 Leiberl um 200 Euro (ein Modeopfer…) eines wird falsch geliefert nämlich in XL. Mein Sohn ist dünn und hat alles in klein bestellt, dann schick mas zurück, kostenpflichtig wohlgemerkt, und hört seit Juli 2008 nichts! Beim Kundenservice gibts nur automatische routine Antwortmails. Sonst nix. Also das lass ich mir nicht gefallen. Tschüss und kauft nur weiter ein. Aber wehe es passt was nicht dann Geld weg und Ware weg…
November 25th, 2008 at 9:48 Uhr
Hallo,
also ich habe schon sehr oft bei brands4friends bestellt und finde den Shop super. Ich habe auch schon mal was zurückgeschickt und bei mir hat alles reibungslos geklappt. Also ich bin zufrieden mit Angebot, Qualität und Service. Wollte ich hier noch mal sagen. Kann ja sein, dass man ab und zu ein wenig Geduld braucht, aber das ist bei den anderen online-shops auch so. Das ist aufgrund des Konzepts/Handlings ja auch kaum anders möglich. Fazit: Ich kaufe gerne weiter bei brands4friends ein. Nichts ist so heiß wie es gekocht wird
Steffi
December 11th, 2008 at 18:16 Uhr
[...] kurzem habe ich euch pauldirekt vorgestellt, das neue „brands4friends“ für Technikallerlei aus dem Hause Tiburon (u.a. getmobile AG). Der Theorie folgt nun die Praxis: [...]
December 16th, 2008 at 13:33 Uhr
[...] bei meinem Lieblings-Shoppingclub brands4friends derzeit eine vorweihnachtliche Guerilla-Marketing-Kampagne, oder wie kann ich mir die plötzliche [...]
July 31st, 2009 at 23:28 Uhr
[...] Kühl-/Gefrierkombination KGE 322 A++ WS weiß Derzeit bei brands4friends für 658,90.-EUR in der Auslage. Günstigster Preis im Netz liegt bei 607,80.-EUR (Elektroshop [...]
February 24th, 2010 at 16:24 Uhr
Ich würde gerne eine Einladung für Brands4Friends haben. Bei vente-privee.com bin ich schon länger eingeschrieben. Kaufe dort öfters mal tolle Markenprodukte ein. Und der Kundenservice hat mir immer schnell weitergeholfen, wenn ich Frage hatte. Aber es ist immer gut überall informiert zu sein.