Chancen der lokalen Suche
Im Zuge des Townster-Verkaufs war ich dazu angehalten, die aktuelle Marktsituation im Bereich der Location-based-Anwendungen im Web 2.0 zusammenzufassen. Meine zwei Cents möchte ich euch in einer verkürzten Form nicht vorenthalten:
Solide Akzeptanz, wenig Stickyness
Nachdem die internationalen Directory-Dienste von ihrer Präsentation und Featurepalette her überwiegend im Web 2.0 angekommen sind (Elemente wie Karteneinbindung, Social Bookmarking, Umkreissuche), gilt es nun durch eine sinnvolle Integration des Nutzers Stickyness für den jeweiligen Dienst zu schaffen. Schließlich ist das Thema Local Search nicht zuletzt durch die immer stärkere Verwebung mit den Suchmaschinen Google und Yahoo mittlerweile allgegenwärtig und entsprechend endgültig als „Tool“ salonfähig geworden.
Traction durch Mehrwert
Ob durch handfeste Community-Elemente oder einzelne User-Generated-Content-Features wie Bewertungen: Durch die stärkere Einbeziehung des Nutzers in oft trocken anmutende Auskunftsdienste lassen sich nicht nur Verweildauer und Page Impressions nachhaltig erhöhen, auch resultieren daraus neue Mehrwert-Kanäle für den Nutzer.
[ad] Die „Crowd Wisdom“ der Community erhöht die Qualität des Datenbestands effizienter als jede redaktionelle Auswahl. Der gewonnene Nutzwert gegenüber konventionellen Verzeichnisdiensten stärkt auf diesem Wege die Identifikation mit dem jeweiligen Angebot.
Neue Möglichkeiten für den Direktvertrieb
Im B2B-Bereich eröffnen sich durch das angekurbelte Nutzerverhalten (u.a. erhöhte „Stöber“-Aktivität, Markierung von Lieblingsadressen) neue Revenue-Streams fernab des klassischen Anzeigengeschäfts: Mit überschaubarem technischen Aufwand lassen sich Werbemodelle mit starkem Fokus auf lokales Targeting realisieren, da der Klickweg des eingeloggten Nutzers überwiegend von geocodierten Daten geprägt wird.
Gewerbetreibende können im Zuge dessen zielgerichtete Branchenbuch-Einträge schalten, die Streuverluste minimieren und umfangreiches Reporting über regionale und überregionale Kontakte ermöglichen.
Zusammenfassung
- Nutzergetriebene lokale Suche ist der nächste logische Schritt im Directory-Bereich: Es gilt den kurzlebigen Auskunftsgedanken durch Mehrwert in langfristige Produktbindung zu konvertieren.
- Technologieaffine Zielgruppen nutzen immer öfter die „Embedded“-Lösungen von Suchmaschinen wie Google oder Yahoo!: Eine zeitgemäße Vernetzung von Community- und Suchelementen hebt klassische Verzeichnismedien auf eine ebenbürtige Stufe und generiert deutlich mehr Aktivität innerhalb Plattform.
- Umfangreichere Tracking-Möglichkeiten des Nutzerverhaltens (lokaler Handlungsradius, individuelle Adressvorlieben) eröffnet neue Erlösmodelle im B2B-Bereich: Gewerbetreibende buchen nicht nur Anzeigen, sondern auch kleine Direkt-Marketing-Pakete mit einer deutlich höheren Kontakt- und Conversion-Rate.
Veröffentlicht in Web 2.0
