Citydeal im Test

Geschrieben am February 28th, 2010 von Gleb

Wie schon damals bei den Shopping-Clubs probiere ich neue eCommerce-Konzepte stets gerne aus der ganz normalen Kundensicht aus. Momentan spricht alle Welt über Groupon. Die Idee aus Chicago ist simpel, genial und alles andere als neu: Für Ballungszentren wie New York oder London werden für kurze Zeit lokale Deals angeboten, z.B. Restaurant-Gutscheine in Höhe von 50 USD Dollar für nur 25 USD. Der Deal kommt erst zustande, wenn sich eine bestimmte Anzahl an Nutzern bereit erklärt ihn zu kaufen. Über die Masse werden dann teilweise sehr lukrative Rabatte eröffnet. Gleichzeitig erlebt so manches kleine Kosmetik-Studio oder Cocktail-Bar plötzlich den zweiten Besucherfrühling.

In einer abgewandelten Form scheiterte vor einer gefühlten Ewigkeit Letsbuyit (heute ist nur noch eine Preissuchmaschine geblieben) an diesem eigentlich doch so einleuchtenden Modell der kollektiven Kaufkraft. In Deutschland gibt es aktuell einen Gründerrun wie damals bei Twitter. Dabei haben sich besonders Citydeal und Dailydeal hervorgetan, die im Januar bereits zusammen etwa 60.000 Unique Visitors auf ihren Seiten hatten. Tendenz stark steigend.

Seit zwei Wochen hagelt es in meinem Outlook Einladungen zu jenen Seiten, auch werden ordentlich Anzeigen bei Facebook & Co. rausgefeuert. Kurzum: Momentan kann man sich dem Hype kaum entziehen. Frohen Mutes habe ich zunächst Citydeal ausprobiert, das mit 4 Millionen Euro Risikokapital von Otto, Holtzbrinck und den Samwers aggressiv auf Wachstumskurs gebracht wird.

Meine Eindrücke zu den ersten drei Deals, die ich gekauft habe:

1. 5 EUR-Starbucks-Gutschein für 1 EUR

Ein geniales Lockangebot für den Start: Die Kaffeehaus-Gänger der Großstädte sind der Inbegriff der Groupon-Zielgruppe. Der Deal hat entsprechend eine immense virale Dynamik bei Facebook & Co. entwickelt. Am Ende hat es so gut funktioniert, das der Schuss total nach hinten losging: In Foren und Blogs mehrten sich Beschwerden und Gerüchte, u.a. dass die Aktion nicht mit Starbucks Deutschland abgesprochen war.

Am Ende war das Chaos perfekt: Statt einen E-Mail-Gutschein zu versenden, den man ausgedruckt zu Starbucks mitnehmen sollte, überweist Citydeal seinen Nutzern momentan 5 EUR aufs Konto. Die Rendite soll mal einer nachmachen! Nichtsdestotrotz: Verwirrend.

2. 24 EUR Sushi für 12 EUR

Als Stammkunde der beliebten Kölner Sushi-Bar Blue Marlin kam der Deal genau richtig. Es hatten sich bereits ausreichend Leute gefunden, also kam der Deal garantiert zustande. Prompt kam auch der E-Mail-Gutschein, den ich paar Tage später eingelöst habe.

Dabei habe ich mir das Konzept auf der Dienstleisterseite erklären lassen: Für jeden mitgebrachten Gutscheincode liegt dem Restaurantbetreiber eine Art „Gegencode“ vor, mit dem er die Echtheit verifizieren kann. Das kann ein bisschen dauern, musste die gute Frau doch erstmal im Ordner mit den vielen Code-Tabellen kramen.

Beiläufig erfuhr ich, dass der Gutschein nur für ein bestimmtes Menü gilt und nicht zur freien Auswahl. Darauf hatte Citydeal in der Beschreibung hingewiesen, wenn auch etwas ungenau. Ich habe es überlesen, also selber Schuld! Diesen Deal hatte Citydeal übrigens in zwei Tagen 323 Mal verkauft – für einen Minibetrieb mit ca. 20 Sitzplätzen sicherlich ein gelungener „Proof of Concept“.

3. Für 4,90 EUR ins Kino

Bei diesem ebenfalls sehr publikumswirksamen Deal pries Citydeal Kinogutscheine für 4,90 EUR an, unabhängig von Faktoren wie Wochentag, Uhrzeit oder Überlange. Der Deal hatte ebenfalls Schnapperpotential, kostet ein Kinobesuch Freitagabend in Köln 12 Euro.

Wieder gab es einen Haken: Aus „markenrechtlichen Gründen“ – welche das sein könnten, kann ich mir immer noch nicht ausmalen – verwehrte Citydeal die Anschrift des jeweiligen Kinos. Der Kunde erfuhr vor dem Kauf also nur, dass er einen Gutschein für ein Kino der Kette X (z.B. UCI oder CineStar) in der Stadt Y erwirbt.

Gerade in Köln war das in meinen Augen eine große Täuschung, denn hier gibt es gar kein UCI-Kino – gemeint ist das UCI in der benachbarten Stadt Hürth, immerhin 20 Minuten Autofahrt aus der Innenstadt. Zwei Tage später hat Citydeal eingelenkt und die Anschriften der Kinos veröffentlicht. Wieso nicht gleich so?

Mein erster Eindruck nach drei Deals:

• Die Kernidee ist in der Tat gelungen und birgt klaren Mehrwert, den man als Verbraucher nicht lange suchen muss. Es würde mich nicht wundern, wenn wir uns mittelfristig massiv in Richtung der Rabattgesellschaft der USA bewegen, wo Gutscheine in keiner Lebens- und Einkaufslage wegzudenken sind.

• Die Teilnahme bei Citydeal ist schon jetzt bemerkenswert einfach: Konto oder Kreditkarte angeben, E-Mail drucken und gleich zum Ort des Geschehens mitnehmen. Klappt wunderbar, Einstiegshürden sind gleich null.

• Die Abwicklung der einzelnen Angebote und ihre Rahmenbedingungen muten dagegen noch chaotisch an. Hier muss man den teilweise über Nacht gegründeten Copycats fairerweise Zeit einräumen, um ihre Prozesse zu standardisieren.

• Unabhängig davon hat das Model sicher Zukunft und großes Wettbewerbspotential, greifen die Groupon-Klone doch u.a. die Monetarisierungsgrundlage von Qype und anderen lokalen Portalen an.

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Quo Vadis, eBay?

Geschrieben am February 6th, 2010 von Gleb

eBay ist für mich ein Bilderbuchbeispiel, wie man ein überaus ertragreiches, massentaugliches Business Modell ins Abseits überfrachten kann: Wenn ich mich heute – seit 1999 eBay-Nutzer der frühsten Stunde – in den „Mein eBay“-Bereich einlogge, werde ich von einem so nervigen Feature-Overkill erschlagen, dass ich am liebsten schreiend zum nächsten „echten“ Flohmarkt rennen möchte. „Mal eben was reinstellen“ ist schon lange nicht mehr – stattdessen klickt man sich müheselig durch eine Oberfläche ohne jeden roten Faden.

Das Management, spätestens seit dem Skype-Kauf doch offensichtlich desorientiert, scheint dem nicht wirklich entgegenwirken zu können: eBays Powerseller-Basis schwindet seit Jahren. Ständig werden neue, teils fragwürdige Regeln (z.B. Pflicht zum versandkostenfreien Versand) eingeführt, erweitert oder wieder gekippt (neu ab Februar: Versandkostenobergrenze statt Gratisversandpflicht). Längst habe ich den Überblick verloren, was man auf eBay nun darf und was nicht – die Plattform ist das Deutschland des Web 1.0: Groß, träge und bis ins i-Tüpfelchen bürokratisiert.

Unabhängig davon ist der Reiz einfach verflogen: Gute Deals und Raritäten wie zur Anfangszeit findet man nur noch selten, auch wenn eBay mit ihrer Deal-Hunterin was anderes kommuniziert. Das Feld gehört überwiegend gewerblichen Verkäufern, die Waren zu völlig handelsüblichen, teilweise gar deutlich erhöhten Preisen zu vertreiben versuchen.

Wenn man sich schließlich nach einem guten Support sehnt, der einen in diesem Chaos an die Hand nimmt, läuft man öfters frontal gegen die Wand: Zuerst muss man die FAQs durchsuchen. Erst danach darf man eine Hotline anrufen, die einem erklärt, wie man die so genannte „Telefon-PIN“ einrichtet. Hat man diese PIN, kann man die richtige Hotline anrufen.

Endlich angekommen, fragte ich nach meinen eBay-Gebührenrechnungen aus dem Jahr 2008. Der Herr verneinte: „Ich kann sie ihnen nicht geben. Sie können das Anliegen dem Support mailen - aber ganz ehrlich, da mache ich ihnen keine Hoffnungen….“

Als ich den guten Mann an die Aufbewahrungsfristen nach Handelsgesetzbuch erinnern wollte, entgegnete er routiniert: „eBay sitzt in Luxemburg. Wir haben uns an die deutschen Gesetze nicht zu halten.“. Das stimmt wohl, leider.

Wann fordern findige Unternehmer dieses fatale Selbstbewusstsein endlich heraus? Die Zeit ist überaus reif für neue Offertos und Ricardos.

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Townster 2.0 ist da!

Geschrieben am February 1st, 2010 von Gleb

Es ist soweit: Nach langer Anlaufzeit ist Townster 2.0 endlich in der Beta-Version online. Von unserer ursprünglich sehr technisch konzipierten lokalen Suchmaschine hat sich die Seite zu einer Art User-Generated-Reiseführer für unsere schöne Hauptstadt Berlin gemausert.

Trotz neuen Gewands bleibt das Kernkonzept gleich: Man kann immer noch Orte anlegen, bewerten und mit Leuten, die selbige favorisieren, in Kontakt treten. Neu sind zusätzliche lokale Services wie das Kinoprogramm in der Umgebung. Bei entsprechendem Anklang soll das Konzept mittelfristig auch auf andere deutsche Großstädte (Köln?) ausgeweitet werden.

Als nunmehr neutraler User kann ich euch empfehlen, dass neue Townster einem Testlauf zu unterziehen: Usability und Funktionsumfang sind stimmig, auch ist schon einiges an Content in der Datenbank. Leider konnten die mit der ursprünglichen Townster-Version akquirierten Nutzer nicht migriert werden, d.h. selbst wenn ihr schon einen Townster-Account hattet, müsst ihr euch noch mal neu anmelden.

Ich wünsche dem neuen Geschäftsführer-Trio Tina Dingel, Lars Smidt und Dennis Kämker auf diesem Wege viel Erfolg mit unserem Baby von einst. Bei Gelegenheit klopfe ich mal für ein Interview an! Der Ansatz eines redaktionell geführten Städteportals mit Web 2.0-Featureeinfall ist überfällig: Was eins so „Web 1.0“ war, macht heute in meinen Augen mehr denn je wieder Sinn.

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Shopping-Clubs: Erfolgreich mit der Masse

Geschrieben am January 30th, 2010 von Gleb

Olaf Groß vom Shopbetreiber-Blog hat die umfassende Untersuchung des Marktforschungsunternehmens Fittkau & Maaß hinsichtlich der Massenmarkt-Tauglichkeit des Vertriebsmodells Shopping-Club treffend auskommentiert.

Demnach ist bereits jeder dritte deutsche Internetnutzer registriertes Mitglied bei brands4friends & Co. Persönlich erscheint mir dieses Ergebnis noch einen Tick zu optimistisch… Nichtsdestotrotz: Das sich die Shopping-Clubs entgegen ihrer kommunizierten Positionierung als exklusive Nischenangebote längst zu Massenmarktplätzen gemausert haben steht außer Frage: Von Vente-Privee (700 Mio.) über BuyVip (70 Mio.) bis hin zu brands4friends (80 Mio.) haben alle wichtigen Player für 2009 Rekordumsätze vermeldet, die kaum noch unter „Long-tail“ verbucht werden können.

In diesem Jahr interessieren mich in diesem Sektor besonders nachfolgende Fragen:

1. Wie steuert man dem Übersättigungseffekt entgegen? brands4friends ist mit über zwei Millionen angemeldeten Nutzern längst größer als viele etablierte, konventionelle Online-Shops ohne Einladungs- und Anmeldepflicht.

2. Wie schlägt man im nächsten Schritt zusätzlich bare Münze aus dem teils gigantischen Traffic? BuyVip experimentiert seit geraumer Zeit mit O2-Werbung im persönlichen Bereich des Nutzers nach dem Log-In. Vente-Privee könnte nach Aussage von CEO Jacques-Antoine Granjon „Millionen mit Werbung machen“, verzichtet jedoch darauf. brands4friends schließlich hat vor geraumer Zeit Co-Reg-Angebote im Abschluss des Checkout-Prozesses eingebunden. Da dürfte noch einiges kommen!

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Frohes Fest! Alles wird gut…

Geschrieben am December 25th, 2009 von Gleb

Auf diesem Wege wünsche ich euch frohe Weihnachten, erholsame Feiertage und schon Mal einen guten Rutsch ins neue Jahr. Für mich wird 2010 nach einem eher monotonen 2009 wieder richtig spannend – 2-3 neue Experimente starten, darunter ein sehr großes, worauf ich mich besonders freue.

Ab kommender Woche bin ich wie bereits angekündigt erstmal eine Zeit lang in Kalifornien, um ein paar bestehende Ideen in die Wege zu leiten sowie neue zu entdecken. Wenn das nicht aufgehen sollte, kann ich mich immerhin wichtig und trendy fühlen, weil ich im Sillicon Valley Kaffe getrunken habe…!


Sylvester verbringe ich wie schon letztes Jahr im Erwachsenen-Disneyland Las Vegas. Zwar wird die Vorfreue durch den plötzlich rapide purzelnden Dollar-Kurs etwas getrübt, aber doch bin ich guter Dinge, dass 2009 dort einen gebührenden Abschluss findet. Vorsätze? Blackjack! Bis Januar, meine Freunde…



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Interview: Christian Dommers von wergehthin.de

Geschrieben am December 16th, 2009 von Gleb

Fortan kommt hier endlich wieder Leben auf den Blog! Den Anfang macht ein Interview mit meinem Kollegen Christian Dommers von wergehthin, einem meiner Meinung nach recht viel versprechenden, wenn auch in der deutschen Blogosphere noch nicht sonderlich prominent behandelten Event-Startup aus Köln.

Die Jungs versuchen das auf die Beine zu stellen, was wir bei Townster mit dem Event-Feature (vergeblich) versucht haben: Starke lokale Vernetzung von Events und Eventgängern mit einer Portion Local Search und Social Network. Christian ist Gründer und Geschäftsführer der Betreibergesellschaft doyago Ltd. und hat gerade eine Angelfinanzierung für das junge Projekt an Land gezogen. Here we go:

Tritus.de: Hallo Christian! Zunächst einmal: Wer bist du, was machst du und hast du schon alle Weihnachtsgeschenke beisammen?

Dommers: Hi Gleb! Ich bin junger Unternehmer und widme meine Zeit spannenden Internet-Projekten. Zu den Weihnachtsgeschenken: Zum Einkaufen bin ich leider noch nicht gekommen. Wird wohl wieder auf den letzten Drücker wie jedes Jahr…

Tritus.de: Gratulation zum kürzlich abgeschlossenen Angel-Investment. Wie lange habt ihr einen Investor gesucht und was sind die sagenumwobenen „Key-Learnings“, die euer Unternehmen aus diesem Prozess mitgenommen hat?

Dommers: Danke! Der eigentliche Suchprozess hat glücklicherweise nur einige Wochen gedauert, was aber auch daran lag, dass wir vorher hart an einem marktreifen Produkt mit vorzeigbarer Reichweite gearbeitet haben. Die Key-Learnings: Unbedingt an den Erfolg glauben, dabei aber realistisch bleiben und sich immer alle Alternativen vor Augen führen.

Tritus.de: Achtung, mittelprächtiger Wortwitz: Wohin geht die Reise von wergehthin.de in 2010? Grundsätzlich bietet das Thema in Deutschland doch noch einiges an Potential – ich denke da beispielsweise an dieses US-Startup (wie hieß das noch gleich?), bei dem man Künstler mit Votes dazu überreden kann, in der eigenen Stadt aufzutreten…

Dommers: 2010 wird für wergehthin ein herausforderndes Jahr. Der bereits eingeschlagene Weg mit einem greifbaren Produkt für junge Leute in Großstädten und Ballungsräumen wird konsequent weiterverfolgt. Wir glauben, dass wir damit das vorhandene Potential in lokalen Freizeitmärkten optimal nutzen. Was das von dir erwähnte Startup eventful mit seinem Feature macht ist glaube ich für Deutschland nicht so gut geeignet, denn unsere Städte liegen zu nah beieinander. Wen ich einen Superstar unbedingt sehen will, fahre ich dafür auch von München nach Hamburg. Die USA hat ganz andere Distanzen.

Tritus.de: Das stimmt natürlich. Euer Angebot ist augenscheinlich noch sehr stark auf Köln fixiert. Während regionale Stärke sicherlich ein guter Weg ist, die erdachten Prozesse und Konzepte anfangs auf die Probe zu stellen, steht man mittelfristig doch oft vor Skalierungsschwierigkeiten. Wie begegnet ihr diesem Thema?

Dommers: wergehthin steht für Qualität von Inhalten. Wir bieten unseren Usern Geheimtipps, die sich wirklich lohnen und sind nah dran am Geschehen. Die Liebe zur Stadt kann man nur glaubhaft verkörpern, wenn man die Stadt auch gut kennt. Also nähern wir uns 2010 den großen Ballungsräumen in Deutschland mit großer Sorgfalt. Wir haben gelernt, dass man auch innerhalb einer Stadt sehr gut skalieren kann.

Tritus.de: Ein paar Worte zur Monetarisierung: Wie und vor allem ab wann will wergehthin Geld verdienen?

Dommers: Aktuell verdienen wir schon Geld mit lokaler Werbung und gesponserten Listings für Veranstalter. Dieses Konzept bauen wir natürlich weiter aus. Hinzu kommen noch weitere Einnahmen wie z.B. Ticketverkäufe.

Tritus.de: Ihr teilt euch ein Büro mit den Jungs von spickmich, die ebenfalls in wergehthin investiert haben. Wie kam es zu dieser Partnerschaft?

Dommers: Wir kennen die spickmich–Gründer noch aus der Kölner Uni. Wir haben dort alle BWL studiert. Da es damals an der Uni nicht viele gab, die ernsthafte Gründungsgedanken gehegt haben, lief man sich automatisch schnell über den Weg. Tino, Manuel und Philipp haben wir von Anfang an aktiv mit in den Gründungsprozess eingebunden. Sie stehen uns stets bei Bedarf mit Rat und Tat zur Seite.

Tritus.de: In meiner Zeit bei Townster hatte ich die Erfahrung gemacht, dass die Nutzer zwar recht gerne Locations eintragen, wohl aber total die Finger von Eventdaten und Partyfotos lassen – vielleicht erschien ihnen das nicht als „permanent“ genug, weil der Datensatz nach dem jeweiligen Event nur noch geringfügigen Wert für die Community hatte. Wie wichtig ist User Generated Content für wergehthin?

Dommers: Ohne Content von Usern ist es sehr schwer ein umfassendes Bild vom Freizeitleben einer Stadt zu bieten. Man muss die richtigen Anreize setzen und auch ein wenig nachhelfen, damit Leute bereit sind aktiv zu werden. Aber du hast recht: Von alleine passiert da nicht viel. Partyfotos werden wenn, dann nur auf großen Networks wie StudiVZ oder Facebook hinterlassen. Meistens bleibt die Kamera bei Clubabenden ja aus vielen Gründen bewusst zu Hause - deshalb gibt es auch so viele Ausgehportale mit eigenen Fotografen. Dann siehst Du auf diesen Seiten überall dieselben Grinsefotos – schlimm!

Tritus.de: Vor wergehthin warst du u.a. im Gründerteam des Venture-Capital-Inkubators Speedseed, der leider nicht über die Planungsphase herausgekommen ist. Was genau ist damals schief gelaufen?

Dommers: Speedseed war damals die Idee, eine Plattform zu schaffen, die junge Gründer mit Unternehmern zusammenbringt. In den USA gibt es schon seit Jahren sehr erfolgreiche, ähnliche Konzepte wie z.B. Y Combinator oder Techstars. Da kommen jedes Jahr junge Gründer mit dem geballten Know-How von erfahrenen Unternehmern und Kapitalgebern zusammen. Das Ergebnis sind dann nicht selten Überflieger-Startups wie Loopt. Wir wollten so etwas unbedingt in Deutschland und Europa aufbauen, hatten aber leider zu wenige Mitstreiter. Gründer hätte es genug gegeben - wir hatten sogar Anfragen aus Skandinavien…

Tritus.de: Danke für das Gespräch!

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Mehr Google: Kikin ist live!

Geschrieben am October 31st, 2009 von Gleb

Kikin, das neue Startup meiner alten Freunde und Kollegen von Wazap unter der Führung von Carlos Bhola und Andreas Rührig, ist endlich online: Das deutsch-amerikanische Startup mit Sitz in New York reichert euere Google/Bing!/Yahoo!-Suchergebnisse nach der Installation einer kleinen Software mit zusätzlichen, relevanten Informationen an - so beispielsweise Facebook-Profilen, Tweets oder Videoclips von YouTube.

Augenscheinlich eine Idee mit Potential, die technologisch ordentlich umgesetzt worden ist. Probiert’s mal aus!

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Hochzeitstanz wird Klickmagnet

Geschrieben am August 4th, 2009 von Gleb

Ein schönes Beispiel für die medial immer gewichtigere Eigendynamik von YouTube: Jill und Kevin aus St. Paul, Minnesota (USA) haben geheiratet und sich in der Kirche aberwitzig zum Altar getanzt. Die privaten Aufnahmen der Trauung sind über virale Verbreitung zum absoluten Renner avanciert: Inzwischen zählt der Clip über 15 Millionen Views, nicht zuletzt dank unzähliger TV-, Radio- und Online-Aufmerksamkeit:



Das dazu gehörige Lied „Forever“ von Chris Brown ist unmittelbar nach dem Hype in die US-Charts eingestiegen und erlebte einen signifikanten Absatzanstieg bei ITunes & Co. Die frisch Vermählten nutzen ihre plötzliche Popularität inzwischen dazu, Spenden für einen guten Zweck zu sammeln.

Damit kein Ende: Eine New York Videoproduktionsfirma wirbt seit kurzem mit der Parodie „Jills and Kevins Divorce Dance“ ebenfalls recht unterhaltsam für ihre Dienstleistungen. Dennoch: Die schönsten Viralclips sind wahrlich die, die es gar nicht sein wollten.

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Der deutsche Handwerker

Geschrieben am July 31st, 2009 von Gleb

Aus gegebenem Anlass möchte ich an dieser Stelle ein Hoch auf das deutsche Handwerk aussprechen: Früher eher selten damit in Verbindung gekommen, merke ich die Tage sehr deutlich, wie verpennt und unzuverlässig diese ständig auf Beschwerdekurs befindliche Branche hierzulande ist.

Ich will keinem zu nahe treten, aber irgendwie gebe ich einen Haufen Geld aus und stolpere nur vom Regen in die Traufe. Es nervt!



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Shopping-Clubs verwässern Preise

Geschrieben am July 31st, 2009 von Gleb

Momentan mache ich immer öfter die Erfahrung, dass die erfolgreichen Live-Shopping-Anbieter ihre Angebote langsam aber sicher ordentlich verwässern: Während die Frequenz der Verkaufsaktionen bei allen deutlich angestiegen ist, ist die Zahl „wahrer“ Schnäppchen mittlerweile im Keller.

Nachfolgend ein paar aktuelle Beispiele im Vergleich (alle Preise bereits inklusive Versandkosten bei Wahl von Vorauszahlung):

Bauknecht Kühl-/Gefrierkombination KGE 322 A++ WS weiß
Derzeit bei brands4friends für 658,90.-EUR in der Auslage. Günstigster Preis im Netz liegt bei 607,80.-EUR (Elektroshop Wagner), immerhin ein Unterschied von 51,10.-EUR.

Samsung 40 Zoll LCD-TV LE40B750 Full HD
Beim Paul derzeit für 939,80.-EUR im Sale. MyBauer bietet das gute Stück für 886.-EUR an, wohlgemerkt sofort versandbereit. Für die ersparten 53,80.-EUR kriegt man bereits eine solide Wandhalterung für den Fernseher. Pauldirekt wirbt derweil mit „Ersparnis: 47%“ (gegenüber der unverbindlichen Samsung-Preisempfehlung von anno dazumal).

Samsung Memory-Camcorder SMX-F34
Paul hat’s für kurze Zeit zu einem Kurs von 197,80.-EUR, MsNicePrice schon lange für 194.-EUR ohne das ganze Club-Drumherum.

LG 42 Zoll Full HD-LCD-TV 42LF2510 Schwarz
Wieder beim Paul entdeckt, für 629,80.-EUR – bereits ausverkauft! Computer Universe hat’s für 620,50.-EUR auf Lager. Kein großer Unterschied, aber doch bezeichnend.

Dass es auch positive Ausnahmen gibt (z.B. der HP Compaq Mini 702 EG bei Pauldirekt ca. 130.-EUR unter Schnitt), soll natürlich nicht unter den Teppich gekehrt werden – ganz im Gegenteil. Doch waren diese vor einem Jahr noch die Regel, bilden sie immer öfter eher die Ausnahme.

Und so gleichen sich die vermeintlichen Club-Feger dem Preisniveau regulärer Versender immer weiter an. Letztere versenden in der Regel deutlich schneller und lassen die Sache mit „Invitation only“ beiseite.

Fazit: Die psychologische Reizüberflutung der Shopping-Clubs reicht mittlerweile aus, Waren zu völlig normalen oder gar erhöhten Preisen binnen Stunden erfolgreich abzusetzen. Maßgeblich hierfür ist der künstliche erzeugte Zeitdruck durch die Anzeige des schwindenden Warenbestands sowie der Restlaufzeit der jeweiligen Verkaufsaktion. Hinzu kommt die Tatsache, dass sich viele Club-Shopper in einer exklusiven Gesellschaft wähnen – bei Unternehmen wie brands4friends, die mittlerweile über zwei Millionen Nutzer zählen, kann davon schon lange keine Rede mehr sein.

Wer sich im Handel ein bisschen auskennt, weiß natürlich, dass die Margen je nach Produktsparte arg variieren und somit den Spielraum für einen guten Deal einschränken. Den Endverbraucher vor dem PC juckt das allerdings nicht ansatzweise: Wenn zwei Klicks bei Idealo 50 Euro einsparen können, wird das Konzept der vermeintlich exklusiven Einkaufsmeilen im Netz doch zunehmend ad absurdum geführt – wohlgemerkt auch immer öfter im Modesegment, wo brands4friends & Co. bislang immer noch die größte Rabattpower beweisen konnten.

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Viele Grüße,